Donnerstag, 25.12.14: Muscat

Heute heißt es früh raus, denn wir wollen als erstes mit dem Taxi zur viertgrößten Moschee in der Welt, die Sultan-Qaboos-Moschee, die aber nur bis 11.00 Uhr geöffnet ist.

Nachdem wir vom Schiff runter sind, bekommen wir auch hier eine Landgangskarte, die wir nachher wieder abgeben müssen. Weitere Besonderheit dieses Hafens: zunächst in den bereitgestellten Shuttle-Bus steigen, dann kurz aussteigen zur Gepäckkontrolle, bevor man wieder in den Bus steigt, der einen dann vor den Hafeneingang fährt. Zwischendurch können wir einen Blick auf die Jacht des Sultans erhaschen, er selber ist jedoch nicht im Lande, sondern bei uns in Deutschland - genauer: in Garmisch-Partenkirchen - wo er sich krankheitsbedingt behandeln lassen muss.

Vor dem Hafen warten schon ganz viele Taxen, die Fahrer bieten sich an, die Stadt zu zeigen. Alles sind Omani, d.h. hier gebürtig und kennen sich aus. Der Stundensatz liegt bei 25 Euro und ist auch nicht verhandelbar.

 

Unser Taxifahrer fährt uns vor der Moschee noch zur neuen Oper, die nämlich schon um 10.00  Uhr wieder schließt und sehenswert sein soll. Recht hat er, von außen noch unscheinbar, erst von innen sieht man das wahre Schmuckstück. Der Opernsaal ist riesig, die Bühne hat bewegliche Elemente, so dass ihre Größe ganz nach Belieben in alle Richtungen verändert werden kann und jeder Zuschauer hat einen kleinen Bildschirm vor sich (erinnert mich an den bei Emirates), wo u.a. auch das laufende Stück in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt wird. Momentan wird gerade "Broadway" gespielt, die Bühne dazu besteht aus echtem Eis!

 

Weiter geht's zur etwas außerhalb  liegenden Sultan-Qaboos-Moschee. Sie bietet Platz für 20.000 Gläubige und ist die einzige Moschee im Oman, die auch von Nichtmuslimen besucht werden darf. Die Moschee erstreckt sich auf 40.000 m², überragt wird sie von einer großen Kuppel und einem 50 m hohen Minarett (die anderen 4 Minarette sind nur 20 m hoch). Im Inneren hängt der größte Kronleuchter der Welt, 8 Tonnen schwer, besteht aus 1.122 Lampen und reich mit Svarovski-Kristallen behängt. Zudem findet man hier einen der größten handgewebten Teppiche der Welt. 600 iranische Frauen haben vor Ort  daran 3 Jahre lang gearbeitet, der  Teppich wiegt 22 Tonnen und weist 1,7 Milliarden Knoten auf.  In die Männergebetshalle (das ist die mit dem Svarovski-Kronleuchter) passen 1.200 Leute, in die Frauengebetshalle nebenan 800 Personen.

Um die Moschee betreten zu dürfen, muss ich vorher ein Kopftuch sowie ein langärmliges Oberteil anziehen, die Hose muss ebenfalls lang sein. Männer haben es da besser: die dürfen obenrum im T-Shirt rein. Wer sich nicht an die Kleiderordnung hält, kommt auch nicht rein! Zudem gilt: Schuhe aus. Keine Angst: der weiße Marmor aus Carrara/Italien ist angenehm warm. Unser Guide gibt uns viele Informationen, u.a. dass der Koran als ganzes Buch sowie auch in dünneren Büchern, die immer ein Kapitel enthalten, in den Regalen zu finden ist. Wir staunen und machen Fotos (immer schön auf den blauen Teppich für den Rundgang bleiben!). Auch wenn ich schon einmal hier im Inneren war, es ist immer wieder ein Aha-Erlebnis, wenn man diese Ausmaße und den funkelnden Kronleuchter in der Mitte sieht.

Am Ausgang wird uns ein omanischer Kaffee mit Datteln angeboten, und wir erhalten kurze Infos zum Islam.


Auf dem Weg zur Altstadt Old Muscat fahren wir vorbei an Strand und Hotelanlagen. Heute ist es etwas windiger und bewölkt bei angenehmen Temperaturen. Unser Taxifahrer hält am Al-Alam-Palast, den bunten Palast des Sultans. Auf der Rückseite des Palastes haben wir einen schönen Blick auf die beiden Festungen Al-Amirai und Al-Jalali. Unser geführter Ausflug endet dann nach 4 Stunden an der Corniche.

Zum Abschluss bummeln wir noch durch den verwinkelten Souk von Muttrah, der sehr sehenswert ist. Ganz angenehm finde ich, dass man hier nicht sofort angesprochen wird und in Ruhe schauen kann. Dann geht's zu Fuß bis vor das Hafentor, dort wieder in den Shuttle und ohne Gepäckkontrolle bis vor's Schiff.

 

Jetzt ist es auch richtig sonnig geworden und so geht's noch zum Sonnen auf den Balkon. Hier liegen wir zur Hafenseite, da ist es zwar ein wenig lauter, man hat aber auch viel zu gucken. Später betätige ich mich noch sportlich auf dem Crosstrainer und beim Stepaerobic-Kurs.

 

Meine Halsschmerzen sind leider schlimmer geworden, so dass ich nach dem Abendessen das Glas Wein dann doch stehen lasse und auch das Ablegen um 23.00 Uhr komplett verschlafe.