Durch die Magellanstraße, der Meerenge zwischen Pazifik und Atlantik, die das südamerikanische Festland von Feuerland trennt, erreichen wir frühmorgens Punta Arenas. Die Hafenstadt liegt im südlichen Patagonien und gilt mit rund 124.000 Einwohnern als die südlichste Großstadt.
Für Andreas und mich geht es heute das erste Mal auf dieser Reise zu den Pinguinen, denn wir besuchen das Pinguin Reservat auf der Insel Magdalena im Rahmen eines HAL-Ausflugs. Die kleine Insel liegt etwa 35 Kilometer vor der Küste und ist Heimat von über 120.000 Magellan-Pinguinen. Bevor es an Bord des direkt vor unserem Kreuzfahrtschiff liegenden Katamarans geht, müssen wir jedoch kurz zur obligatorischen Rucksack-Kontrolle ins Hafenterminal. Auf der 80minütigen Fahrt hinüber zur Insel erfahren wir von der Crew alles Wissenswertes über Magellan-Pinguinen und wie wir uns auf der Insel zu verhalten haben. Es gibt nämlich dort einen abgesteckten Rundweg von 1,5 km Länge, den man nicht verlassen darf und der Aufenthalt ist auf eine Stunde begrenzt, dann müssen wir wieder zurück am Katamaran sein. Wow, die ersten Pinguine erwarten uns neugierig schon am Steg und ich kann mich gar nicht sattsehen. Sind die süß und der ein oder andere Pinguin kreuzt immer mal wieder unseren Weg oder watschelt von uns her. Da ist es nicht so einfach, die geforderten 2 Meter Abstand zu halten, man kommt hier den Tieren unweigerlich sehr, sehr nahe! Auch den flauschigen Nachwuchs, sieben Wochen alt bekommen wir zu sehen, immer schön geschützt von Mama und Papa. Viel zu schnell ist unsere Zeit auf der Insel herum - ein tolles Erlebnis, hier so nahe dran zu sein mit - zum Glück - nur ein wenig Pinguingestank.
Zurück an Land in Punta Arenas ist es dann Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt. Es ist immer noch ziemlich windig, aber trocken bei 12 Grad Tagestemperatur.
Vom Aussichtspunkt Cerro de la Cruz haben wir einen schönen Panoramablick über die Stadt mit ihren charakteristischen bunten Dächern bis hin zur Magellanstraße. Dann laufen wir hinunter zum Plaza de Armas in der Stadtmitte. Der Platz ist von dichtem Grün umsäumt und das Highlight des Platzes ist eine Statue des portugiesischen Entdeckers Ferdinand Magellan. Um den Platz herum stehen prächtige Stadtpaläste und Herrenhäuser, u.a. das Palacio Sara Braun.
Für eine Pause kehren wir im gemütlichen Cafe Chocolatta direkt in der Fußgängerzone ein und wärmen uns bei Cappuccino und Schokotorte wieder auf und sind so bestens gerüstet für den weiteren Weg.
Richtig schön gefällt mir dann unser Spaziergang entlang der Uferpromenade der Stadt. In der Ferne hat man eine herrliche Aussicht auf die Straße von Magellan und die Halbinsel Tierra del Fuego (Feuerland). Wir kommen vorbei am "Monumento A Tripulantes Goleta Ancud", was gleichzeitig Brunnen und Denkmal ist und erreichen dann die Skulptur
Circunnavegetacion (s. Bild), übersetzt: Weltumseglung. Dieses Kunstwerk wurde anlässlich des 500 Jahrestages der Entdeckung der Magellanstraße geschaffen und würdigt die historische Reise Magellans.
Zurück an Bord der Oosterdam wärmen wir uns mit einem Cappuccino in der Pinnacle Bar auf. Das Auslaufen und unsere Fahrt weiter durch die berühmte Magellanstraße, die wieder von unseren Experten an Bord kommentiert wird, verfolgen wir im Crows Nest oben auf Deck 12. Leider fängt es kräftig an zu regnen und die Sicht ist schlecht, viel ist daher auch links und rechts am Ufer nicht zu sehen. Das "begießen" wir dann lieber in der Ocean Bar bei einem Como Spritz mit Gerhild und Heinz und besprechen dabei unseren gemeinsamen, morgigen Ausflug.