Cusco Tag 2

Die Nacht verläuft unruhig mit vielen Unterbrechungen, denn unser Zimmer liegt genau zur lauten Hauptstraße hinaus. Etwas gewöhnungsbedürftig beim Frühstück ist auch die peruanische Musik, die von einer kleinen Gruppe als Untermalung dargeboten wird. Das Frühstück in Buffetform jedoch bietet eine gute Auswahl und wir bedienen uns reichlich, auch an den angebotenen Coca-Blättern, die man einfach kaut und herunterschluckt. Meine Kopfschmerzen, die entweder an der Höhe oder am schlechten Schlaf liegen, sind danach wirklich weg!

Um 09.00 Uhr geht es im Bus wieder los auf Entdeckungsfahrt. Nachdem wir Cusco verlassen haben, fahren wir über steile, aber gut ausgebaute Straßen Richtung Chinchero. Zu früheren Zeiten hatte hier der Inka-Herrscher seine Sommerresidenz. Immer wieder sehen wir große Terrassenfelder,  auf den u.a. Mais, Kartoffeln und Quinoa angebaut werden, eingerahmt von den hohen Bergen des Urubamba-Tals. Auf 3.800 m Höhe wird uns im Centro Cultural Panwa Museum in Chinchero gezeigt, wie einheimische Frauen, die alle in traditionelle Trachten gekleidet sind, Wolle waschen, färben, spinnen und weben, im angeschlossenen Laden werden Alpaka-Wolle oder andere Textilien verkauft.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt durch das "Heilige Tal" der Inkas, wie das Urubamba-Tal auch bezeichnet wird, erreichen wir die Festungsanlage Ollantaytambo, ein riesiger Komplex aus der Inka-Zeit, der sich aus Tempeln und zahlreichen anderen Gebäuden zusammensetzt und über dem kleinen Städtchen thront. Passend zur Besichtigung zeigt sich bei 20 Grad auch endlich die Sonne. Über steile Treppen geht es hoch hinauf bis zum Sonnentempel, ein Gebäude, dass nie fertiggestellt wurde, aber mit der Mauer der Sechs Monolithen dennoch sehr eindrucksvoll ist. Und die Aussicht, die sich auf den Ort, die gesamte Anlage mit ihren hohen Mauern und die Berge drumherum bietet, ist einfach toll! Ollantaytambo ist übrigens einer der wenigen Schauplätze, an denen die Spanier ihren Eroberungswillen nicht durchsetzen konnten und die Schlacht gegen die Inka verloren.

Unsere Fahrt geht weiter immer entlang des Urubamba-Flusses durch das gleichnamige grüne Tal und wir durchfahren den Ort Lamay. Dieser ist bekannt für eine ganz bestimmte Delikatesse: Meerschweinchen. Die Hauptstraße ist gesäumt von kleinen Restaurants  und Straßenverkäufern, die diese peruanische Leckerei in aufgespießter Form direkt vom Grill verkaufen. Ich mag da gar nicht so genau hinsehen und bin froh, als wir den Ort hinter uns lassen.

Angekommen in Pisac, das weithin bekannt für seine Empanada-Bäckereien ist, müssen wir letztere zusammen mit Corinna und Cemal gleich einmal probieren. Lecker, egal ob mit Käse, Hühnchen oder Fleisch gefüllt! Danach bummeln wir noch ein wenig durch den Ort mit seinen vielen Verkaufsständen und engen Gassen, bevor wir uns mit dem Bus auf die Rückfahrt begeben. 

 

 

Kurz darauf halten wir am Mirador Taray, einen beliebten Aussichtspunkt im Heiligen Tal an der Straße Richtung Cusco. Von hier aus haben wir einen schönen weiten Panoramablick auf den Fluss Urubamba, die umliegenden Berge, das Dorf Taray und die typischen Inka-Terrassenfelder. 

 

Bevor wir unser Hotel erreichen, halten wir in unmittelbarer Nähe zu Cusco noch in Pukapukara auf 3.660 Metern Höhe. Von der einstigen roten Festung sind noch einige Festungsmauern, Treppen, ein zentraler Platz, Wachtürme sowie kleinere Wasserkanäle übriggeblieben, auch die typische Architektur ist in der terrassenförmigen Bauweise erkennbar. 

Zurück im Hotel müssen wir noch unser Handgepäck für die nächsten beiden Tage in Aguas Calientes packen. Der Koffer darf nicht mit und verbleibt hier im Hotel bis zu unserer Rückkehr, denn im Panoramazug nach Aguas Calientes dürfen keine großen Koffer mitgenommen werden.

Erneut geht es zum Abendessen mit Corinna und Cemal ins "Yuroq" nebenan, diesmal gibt es für mich gegrilltes Hühnchen und als Dessert Schoko-Soufflé - ebenfalls sehr zu empfehlen.

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