2. Seetag

In der Nacht nimmt der Seegang zu, denn es geht wieder hinaus auf dem Pazifik. Uns stört der Seegang nicht, da haben wir schon andere Wellenhöhen erlebt. Beim Training auf dem Crosstrainer muss ich jedoch schon ein bisschen aufpassen, denn im vorderen Teil des Schiffes schaukelt es schon etwas mehr. Die Sicht jedoch ist schlecht, denn es regnet ziemlich stark.

 

Gegen Mittag nimmt der Seegang ab, denn nun befinden wir uns wieder im Schutz der Berge. Die MS Oosterdam steuert auf Wager Island zu und über die Bordlautsprecher erfahren wir durch unser Expeditionsteam, das diese Reise begleitet, mehr über die im Guayaneco-Archipel in Westpatagonien gelegene Insel: Sie wurde bekannt als Schauplatz des Schiffbruchs der HMS Wager im Jahre 1741. Das britische Kriegsschiff strandete dort, was zu einer berühmten Meuterei, Hunger und Überlebenskampf unter den Überlebenden führte. Die Berge dieser sagenumwobenen Insel können wir leider nur erahnen, man sieht aufgrund der tiefhängenden Wolken, aus den es immer noch stark regnet, nämlich rein gar nichts!

 

Nachmittags bessert sich das Wetter endlich und es hört auf zu regnen. Andreas und ich drehen mehrere Runden auf dem Promenadendeck, dabei haben wir nun beste Sicht auf grüne Berge und viele Wasserfälle in dieser engen Passage.

 

Nach dem Abendessen ist es erneut mit dem Schutz der Berge vorbei, es geht wieder ein Stück auf den offenen Ozean hinaus. Der Seegang wird mehr und die bekannten Tüten hängen auch schon im Treppenhaus.

Auch das stört uns gar nicht, im Gegenteil, durch die leichten Schiffsbewegungen finde ich viel leichter in den Schlaf....

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