Lima

Unser Körper hat die Zeitverschiebung von 6 Stunden nach hinten noch nicht so richtig realisiert und so endet die erste Nacht in Südamerika bereits um 06.00 Uhr früh. Die Zeit bis zum Frühstück nutzen wir für einen Spaziergang bei schon warmen 20 Grad hinunter zum Malecón de Miraflores. Diese kilometerlange Uferpromenade liegt wie der Stadtteil selber auf steilen Klippen und wir genießen zwischen den morgendlichen Joggern den weiten Blick hinaus auf den Pazifischen Ozean und auf den Strand Costa Verde,  wo sich die ersten Windsurfer schon bereit machen.

Pünktlich um 09.00 Uhr startet unsere kleine Reisegruppe mit Reiseleiterin Rachel und Fahrer Christian zu unserer fünfstündigen Stadtrundfahrt durch das alte und neue Lima. 

Zunächst besuchen wir die Kirche San Francisco. Die Fassade ebenso wie die zwei Türme der Kirche ist im spanischen Barock gehalten, das Hauptportal besteht aus reich verziertem Granit. An die Kirche angeschlossen ist ein Franziskaner-Kloster, das Highlight hier sind die Katakomben. Lima bekam erst sehr spät einen Friedhof und um den Verstorbenen dennoch einen Platz zu geben, fand man eine andere Lösung – die Katakomben unter der Kirche. Dieses Netz aus Gängen und Gewölben verzweigt sich unter der Stadt und diente einerseits dazu, bei Erdbeben entstehende Schwingungen aufzufangen; doch andererseits fanden dort bis 1808 etwa 25.000 bis 30.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte. Rachel führt uns durch diese Katakomben, es ist sehr eng und man geht oft gebückt durch die Räume. Auch menschliche Knochen, die Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden, sind in geometrischen Mustern angeordnet ausgestellt. Einerseits makaber, anderseits auch irgendwie faszinierend - schade, dass man hier keine Fotos machen darf!

Durch die Gassen der historischen Altstadt von Lima, die 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, vorbei am Regierungspalast, dem Amtssitz des Präsidenten, erreichen wir zu Fuß den Plaza de Armas, den zentralen Platz der Hauptstadt mit Kathedrale, Rathaus und vielen schönen alten Häusern mit Holzbalkonen, die den Charme der spanischen Kolonialzeit widerspiegeln. Wir haben noch Zeit für einen Spaziergang durch die Fußgängerzone Jiron de la Union und eine Portion gefüllter Churros, bevor es im Bus mit unserer Stadtrundfahrt zum Larco-Museum weitergeht.

Dieses ist in einer eleganten Villa aus dem 18. Jahrhundert untergebrachte Museum zeigt mit mehr als 45.000 Objekten eine der beeindruckensten Sammlungen präkolumbischen Keramiken, Textilien und Gold- und Silberstücke, sowie eine amüsante Kollektion erotischer Keramiken aus der Mochika-Zeit. Mich interessieren die Ausstellungsstücke nicht ganz so, viel schöner finde ich die üppige Grünanlage mit einer Menge verschiedener blühenden Pflanzen und einem netten Café draußen.

Wiederum interessant dagegen ist der "Parque del Armor", der Park der Liebe. Diese in Miraflores gelegene Parkanlage wurde am Valentinstag 1994 eingeweiht und bietet einen spektakulären Panoramablick auf den Pazifik. Bekannt ist er für die zentrale Skulptur "El Beso" ("Der Kuss") von Víctor Delfín und einigen Mosaikmauern, die einen unweigerlich an Gaudi in Barcelona erinnern. Wir genießen noch eine kleine Pause auf den Mosaikbänken, die mit Liebeszitaten peruanischer Dichter verziert sind, dann geht's zurück in den Bus und zu unserem Hotel. Dort probieren wir einen ersten Pisco Sour als Welcome-Drink - eine sehr gute und schmackhafte Mischung!

Zur Abendessenzeit genießen Andreas und ich ein leckeres Essen in der Cevicheria Barra Maretazo, die gerade einmal 10 Minuten Fußweg von unserem Hotel entfernt liegt. Wir lassen uns die einheimische Küche mit Ceviche-Mix und Lomo Saltado (Steak mit Tomaten) schmecken, dazu trinken wir Pisco Sour Cathedrale (der heißt so, weil es die doppelte Menge ist!) gefolgt von einem ebenso vorzüglichen Malbec-Rotwein. Das wird nicht unser letzter Besuch hier sein, in 5 Tagen kommen wir auf unserer Reise nochmals nach Lima zurück, dann werden wir hier noch einmal einkehren - versprochen.

Fotogalerie