Um 04.30 Uhr ist für uns die Nacht zu Ende, schnell noch die Koffer fertigpacken und kurz gefrühstückt, dann geht's auch schon im Morgengrauen wieder mit der Reisegruppe zurück zum Flughafen. Rachel versorgt uns mit den Bordkarten für unseren Flug nach Cusco und hilft auch noch bei der Kofferaufgabe, dann heißt es Abschied nehmen, denn in Cusco wartet eine neue Reiseleitung auf uns. Mit Cemal und Corinna vertreiben wir uns die Wartezeit bis zum Boarding bei einem Cappuccino und tauschen unsere Erwartungen über die gemeinsame Reise aus.
Unser LATAM-Flug LA2077 startet pünktlich um 09.45 Uhr und knapp 90 Minuten später landen wir auf 3.400 Metern Höhe in den peruanischen Anden auf dem Flughafen von Cusco, der einstigen Hauptstadt des Inkareiches.
Dort angekommen, werden wir von Reiseleiterin Micha empfangen, die uns auf der kurzen Fahrt zu unserem Hotel Jose Antonio (gehört zur gleichen Hotelkette wie in Lima) mit den ersten Informationen versorgt. Gerade in dieser Höhenlage ist es z.B. sehr wichtig, viel Wasser zu trinken und auch das einheimische Nationalgetränk Coca-Mate-Tee wird empfohlen, denn es enthält wichtige Mineralien und lindert auftretende Anzeichen der Höhenkrankheit, wie Schwindel oder Übelkeit. Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben, geht es nach kurzer Pause auch schon weiter mit dem Bus zunächst durch die nähere Umgebung von Cusco, um einige der wichtigsten Stätten des Inkareiches zu besuchen.
Auf 3.500 m Höhe am Aussichtspunkt Cristo Blanco haben wir einen ersten Eindruck auf die Stadt von oben. Leider regnet es bei kühlen 16 Grad immer wieder.
Etwa 4 Kilometer von Cusco entfernt, liegt die kleine, aber sehr bedeutende archäologische Stätte der Inka namens Qenco. Es handelt sich dabei um ein religiöses Heiligtum, das für seine in den Fels gehauenen Gänge, Kanäle und unterirdischen Kammern bekannt ist. Der gesamte Komplex soll aus einem einzigen massiven Felsen gehauen sein, erfahren wir von Micha. Ich finde, gerade mit dem heutigen Wetter hat die ganze Anlage etwas Mystisches.
Wenigstens hört es auf zu regnen, als wir die Festtagsruine Sacsayhuamam erreichen. Dieser Inka-Komplex wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist für seine drei zickzackförmigen Mauerebenen aus riesigen, tonnenschweren Kalksteinblöcken bekannt, die ohne Mörtel perfekt ineinanderpassen. Die Anlage war ein religiöses Heiligtum, astronomisches Zentrum und Festung und ist gefühlt echt riesig! Und mitten zwischen den Steinen grasen tatsächlich Schafe und Alpakas. Letztere finde ich echt süß, sie sind kleiner als Lamas und haben ein eher rundliches, teddybärenartiges Gesicht.
Zurück in der Stadt Cusco besuchen wir die Überreste des Sonnentempels Orikancha. Er war einst der wichtigste Tempel und das größte Heiligtum im Inkareich, seine Wände und Böden waren damals mit purem Gold bedeckt. Noch heute ist die beeindruckende Steinmetzkunst der Inkas zu erkennen. Nach der Eroberung durch die Spanier wurde der Tempel für das Kloster Santo Domingo, das heute auf seinen Grundmauern steht, geplündert und teilweise zerstört.
Der zentrale Platz von Cusco ist die Plaza de Armas. Umgeben von kolonialen Bauten steht hier die Kathedrale, die wir zunächst besuchen. Sie ist innen wunderschön, doch leider sind Fotos nicht erlaubt.
Nachdem unsere Stadtrundfahrt wieder am Hotel endet, machen Andreas und ich eine kleine Pause und erkunden kurze Zeit später Cusco noch ein wenig zu Fuß. Mit der Höhe haben wir bisher kein Problem, auch wenn es hier doch sehr hügelig ist.
In der engen Calle Hatunrumiyoc, der Straße der großen Steine unweit des Plaza de Armas, befindet sich die Steinmauer des ehemaligen Palastes des Inka-Herrschers Roca. Dort befindet sich auch der 12-eckige Stein, ein Stein in der Mauer mit den meisten Ecken. Einige Forscher glauben, dass die Anzahl der Ecken die Monate des Jahres symbolisieren. Entsprechend viel ist hier los, Andreas und ich haben Mühe, ein Foto vom Stein ohne Menschen zu machen.
Zum Abendessen haben wir uns mit Corinna und Cemal verabredet. Gemeinsam geht es in das Restaurant "Yuraq", gleich neben dem Hotel. Bei Ceviche und Alpaka-Medaillons lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren und freuen uns auf das, was morgen kommt.