Aguas Calientes Tag 1

Auf den heutigen Tag sind wir schon sehr gespannt, es geht nämlich nach Machu Picchu. Und das klappt auch wirklich, denn die Bahnstrecke ist nach dem Zugunglück von letzter Woche schnell freigeräumt worden. Bereits um 06.20 Uhr starten wir mit kleinem Handgepäck ausgerüstet zu unserem 2-tägiger Ausflug dorthin, übermorgen werden wir hier im Hotel in Cusco zurückerwartet, wo unsere Koffer solange aufbewahrt werden.

Nach 100 km Fahrt erreichen wir den Bahnhof von Ollantaytambo. In die Region Machu Picchu geht es jetzt nur noch mit dem Zug weiter, und so steigen wir in den Panoramazug der PeruRail, der uns in das 43 km entfernte Aguas Calientes, dem Tor zu Machu Picchu, bringen wird. Schnell nehmen wir die für uns reservierten Plätze im Wagen B ein, dabei haben Andreas und ich Glück, dass wir auf der linken Seite sitzen und so etwas später den besten Blick auf den Urubamba-Fluss neben uns haben. Es wird sonniger, im Hintergrund sind die schneebedeckten Berge der Anden zu sehen, dann durchfahren wir kleine Dörfer - was für eine malerische Landschaft. Auch am sehr deformierten Unglückszug, der auf einem Nachbargleis geparkt ist, kommen wir vorbei. Angekommen in Machu Picchu Pueblo, wie Aguas Calientes auch bezeichnet wird, wird uns das kleines Gepäck abgenommen und direkt ins Hotel im Ort gebracht.

Unsere Reisegruppe folgt Reiseleiterin Micha durch den kleinen Ort bis an die Hauptstraße, wo die Touristenbusse hinauf zur Ruinenstadt Machu Picchu abfahren. Das Busticket und der Reisepass werden mehrmals kontrolliert, dann sitzen wir endlich im Bus, der uns in 25 Minuten die Serpentinenstraße hinauf zum Eingang fährt. Während der Fahrt haben wir immer wieder tolle Blicke hinunter in das grüne Tal und die bis oben grün bewachsenen Berge.

Und dann geht es los, Micha führt uns auf der Route Nr. 2  hinein in die auf 2.430 Metern liegende gut erhaltene Ruinenstadt der Inka aus dem 15. Jahrhundert. Über steile Treppen, die auch bei bewölkten 20 Grad in der Höhe schon eine kleine Herausforderung sind, erreichen wir den ersten Fotopunkt, von dem wir direkt von oben einen wunderschönen Blick hinein in die unter uns liegende Ruinenstadt haben, die von den Berggipfeln Machu Picchu und Huayna Picchu eingerahmt wird. Wahnsinn, ich bin tatsächlich hier und mache das typische Foto von diesem "Neuen siebten Weltwunder", es ist einfach ein unbeschreibliches Bild mit dieser tollen Landschaft als Hintergrund! Dann folgen wir unserer Reiseleiterin direkt hinab in den urbanen Teil der Inkastadt. Micha gibt uns immer wieder Erklärungen zu den einzelnen Stationen, u.a. zur Zitadelle oder dem Hauptplatz sowie zu diversen Tempeln und anderen rituellen Stätten. Viel zu schnell sind 2 Stunden Besichtigungszeit in einem der eindrucksvollsten und aufregendsten Orte der Welt vorbei und mit dem Bus fahren wir in der Gruppe wieder hinunter nach Aguas Calientes.

Nachdem wir unser Zimmer im Hotel El Mapi by Inkaterra mitten im Ort bezogen haben, starten Andreas und ich mit Corinna und Cemal zu einem kleinen Streifzug durch die engen Gassen. Es ist viel los, schließlich ist der Ort das Tor nach Machu Picchu. Er liegt sehr idyllisch in einem engen Tal und ist umgeben von steilen Bergen und üppiger Vegetation - Natur pur. Im Restaurant "Pubelo Viejo" unweit unseres Hotels testen wir abends die peruanische Küche. Für mich gibt es Ceviche classico und Beef Tenderloin mit Quinoa und Gemüse, Andreas isst im Hauptgang tatsächlich Meerschweinchen. Sein Fazit: wenig dran, schmeckt nach nicht viel, braucht man nicht wieder....

Wir sind müde vom doch sehr langen Tag und so geht es zurück zum Hotel. Morgen geht es wieder sehr früh los, denn wir 4 sind die einzigen aus unserer Reisegruppe, die nochmals mit Micha hoch nach Machu Picchu fahren werden. Alle anderen haben sich lieber für Freizeit im Ort entschieden, bevor es nachmittags wieder mit dem Zug und Bus zurück nach Cusco geht. Kann ich gar nicht verstehen, da kommt man einmal im Leben nach Machu Picchu und hat die Möglichkeit, die Ruinenstadt tatsächlich zweimal zu besuchen....???? Für uns 4 war die Entscheidung gleich klar. Allerdings muss man da auch gut zu Fuß sein, und das trifft tatsächlich nicht auf alle Personen in unserer Gruppe zu.

Fotogalerie