Frühmorgens verlässt die Oosterdam den geschützten Platz in der Dallmann Bay, und über die Gerlach Strait erreichen wir zur Frühstückszeit die Charlotte Bay (s. Foto). Auch das Wetter hat sich eindeutig zum Besseren gewendet: klare Sicht, 2 Grad, der Wind hat deutlich nachgelassen. Während in der Bucht ein Beiboot zu Wasser gelassen wird, um anscheinend Gletschereis zu holen - genießen wir von unserem Balkon die malerische Aussicht auf Eis und Schnee um uns herum.
Zurück in der Gerlach Strait schwimmen Eisberge aller Größen und Formen auf unserem Weg Richtung Norden vorbei. So eine Formation, wie rechts auf dem Bild zu sehen, lässt sogar unseren Kapitän dazu verleiten, die Oosterdam zu stoppen. Wow, ein Eisberg mit Triumpfbogen, wie cool ist das denn? Irgendwie kann ich nicht glauben, was man hier in der Antarktis so alles zu sehen bekommt.
An Bord findet am frühen Nachmittag ein Highlight statt, zu dem sich tatsächlich über 100 Gäste angemeldet haben. Beim "Antarctical Plunge" wird bei frischen 4 Grad gruppenweise (kostümiert oder halt nur in Badekleidung) in den Sea View Pool auf Deck 9 am Heck des Schiffes gesprungen. Diese lustige Veranstaltung wird moderiert von Kreuzfahrtdirektorin Karlijn und dem stellvertretenden Kreuzfahrtdirektor Alex, die am Ende beide auch noch in den Pool springen dürfen, beobachtet von vielen Passagiere, die sich auf den Decks positioniert haben. Übrigens: Expeditionsschiffe machen diesen Antarctical Plunge mit ihren Gästen gesichert im Wasser der Antarktis, das ist dann auf jeden Fall eine noch deutlich kältere Angelegenheit.
Auf dem Weg nach Deception Island (s.Bild) wird es deutlich schaukeliger, die Ausläufer des Tiefs in der Drake Passage machen sich bemerkbar. Wir erreichen die hufeisenförmige, aktive Vulkaninsel rechtzeitig vor dem Abendessen. Leider ist unser Schiff zu groß, um in die Caldera hineinzufahren, der Anblick von außen auf die Insel ist dennoch faszinierend und der Geruch, der von der dort lebenden Zügelpinguin-Kolonie ausgeht, ist mehr als präsent.
Das Abendessen im Main Dining Room steht heute unter dem Motto " Historisches Reisen Menü: Feier der südamerikanischen und antarktischen Erforschung durch kulinarische Kunst" und zu jedem Gericht gibt es die entsprechenden Erklärungen dazu. Für mich gibt es ein Salat mit Palmherzen, Mango und Zitrone (Gericht der britischen Seefahrer) sowie ein Risotto mit Safran, Algen und Kammuscheln (Gericht der Indianer aus Feuerland) - alles schmeckt wieder sehr, sehr lecker.