San Juan / Puerto Rico

Nach einer gut durchgeschlafenen Nacht sind wir rechtzeitig wach, um mit einem Kaffee in der Hand auf dem Balkon die Einfahrt in den Hafen von San Juan zu verfolgen. Die Sonne ist bereits aufgegangen und mit 27 (!) Grad ist es schon richtig warm. Kurze Zeit später legt die Mein Schiff 1 am Liegeplatz Pier 4 East an - nun sind wir wirklich in der Karibik angekommen. San Juan ist übrigens die Hauptstadt des amerikanischen Außengebietes Puerto Rico, einem Inselstaat in der Karibik und die meisten Einwohner leben hier im Norden an der Atlantikküste. Wir waren noch nie hier und haben uns vorgenommen, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Das wird angesichts der vorhergesagten Temperaturen mit über 30 Grad und des doch sehr hügeligen Stadtbildes eine kleine Herausforderung werden!

Die Sehenswürdigkeiten liegen zum Glück fußläufig entfernt und so stehen wir schnell auf der Plaza Colón in der Altstadt von San Juan mit ihren alten Häusern im neoklassizistischem Stil. In der Mitte der Plaza Colón steht eine Säule mit einer Statue von Christopher Columbus. Die im Jahr 1893 errichtete Statue erinnert an den 400. Jahrestag der Entdeckung von Puerto Rico durch Christopher Columbus auf seiner zweiten Reise in die neue Welt. Um den Platz herum stehen farbenfrohe Häuser aus der Kolonialzeit, in denen Cafés, Restaurants und kleine Läden zu finden sind. Es geht an der Festung San Cristobal Castle vorbei, von deren Vorplatz wir einen schönen Blick auf den Atlantik genießen, und die Uferstraße weiter entlang bis zur Festung San Felipe del Morro (s. Bild). Diese historische Festung aus dem 16. Jahrhundert ist UNESCO-Weltkulturerbe und thront 43 Meter über dem Meer, heute morgen haben wir das mächtige Bauwerk bei der Einfahrt in den Hafen schon von der Wasserseite aus gesehen. Wohl aufgrund des US-Shutdowns und/oder weil einige Bereiche der Festung nicht zugänglich ist, kostet die Besichtigung heute keinen Eintritt. Von den oberen Terrassen hat man einen wirklich schönen und weiten Blick auf die auf der anderen Hafenseite gelegenen Stadtteile mit der Rumbrennerei CASA Bacardi einerseits und auf den Atlantik andererseits. 

Danach "tauchen" wir wieder in die schöne Altstadt ein. Teile von ihr gehen auf die Zeit der Gründung im Jahr 1520 zurück, der größte Teil von Old San Juan stammt aber aus dem 18. Jahrhundert. Die Straßen sind mit schwarz-blauen Pflastersteinen ausgelegt, die als Ballastfracht aus Spanien importiert wurden. Die schmiedeeisernen Straßenlaternen, Balkone und Fensterläden der renovierten Häuser zeugen von einem geschichtlichen Selbstbewusstsein. Rund um die zentrale Plaza de Armas erstrecken sich die wichtigsten Einkaufsstraßen. Auch die Kathedrale von San Juan, die man kostenlos besichtigen kann, findet sich hier. Dann geht ein kurzer, aber heftiger Gewitterschauer nieder und wir flüchten auf ein leckeres Eis zu "Anita La Mamma del Gelato". 

Kurze Zeit später scheint wieder die Sonne und wir setzen unseren Spaziergang vor. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist nämlich "La Casa Estrecha" (= das schmale Haus), ein auffälliges gelbes zweistöckiges Gebäude, das nur knapp 1,5 Meter breit ist (s. Foto). Es ist zwischen zwei normal großen Gebäuden eingeklemmt und befindet sich in der Calle Tétuan. Was für ein Kontrast!

So langsam werden wir müde bzw. sind kaputt von der Hitze, heute geht wirklich überhaupt kein Wind, der ein wenig kühlen könnte. Somit geht es an der Promenade zurück zum Hafen und nach 9 gelaufenen Kilometern sind wir nach 4 Stunden zurück an Bord mit einem positiven Eindruck von San Juan. Ich finde, der Hafen kann im Rahmen der Karibik-Touren fest mit ins Programm aufgenommen und nicht nur 1- 2 x im Jahr bei Transreisen angefahren werden, es ist wirklich nett hier. Uns laut unserer Lektorin gibt es auch den einen oder anderen schönen Strand, man kann also noch andere Dinge machen.

Nachmittags relaxen wir auf unserem Balkon und haben dabei einen schönen Blick auf den Hafen und die Stadt. Und wir merken, dass wir in der Karibik sind: auf heftige, aber kurze Regenschauer folgt gleich wieder Sonnenschein - das ist ja typisch hier. Mal sehen, was uns auf der nächsten Insel morgen dann erwartet.

Gegen 22.00 Uhr werden die Leinen gelöst und wir stehen wieder auf dem Balkon, diesmal mit einem Glas Wein in der Hand, um die Ausfahrt zu beobachten. Auch im Dunkeln bietet San Juan einen schönen Anblick und am Ufer stehen tatsächlich ein paar Einwohner und winken uns zur Verabschiedung zu - richtig schön und einer der Gänsehautmomente, die man nur auf einer Kreuzfahrt erleben kann.

Fotogalerie