Nach einer erholsamen Nacht und einem kleinen Frühstück im Ankelmann's geht es am späten Vormittag nochmals von Bord. Da wir erst am späten Abend ablegen, wollen wir heute New Jersey City erkunden. Unser Plan ist es, die Promenade am Hudson River entlang zu spazieren und später wieder mit der Straßenbahn zurückzufahren. Der Hafen-Shuttle bringt und zur HBLR-Haltestelle 34th Street und von dort fahren bis zur Essex Street. An der Promenade angekommen, sehen wir zunächst eines der größten Wahrzeichen der Stadt, die Colgate-Uhr. Wir haben sie ja schon bei Dunkelheit auf unserer Bootsfahrt gesehen, nun stehen wir direkt vor der knapp 15 Meter hohen achteckigen Uhr, die als Symbol für die industrielle Vergangenheit von Jersey City steht.
Die Promenade Hudson River Waterfront Walkway an sich ist neu mit Kunstwerken gestaltet, dabei hat man die Skyline von New York immer im Blick. Auf Höhe der Grand Streethalten wir kurz inne am Jersey City 9/11 Memorial. Es besteht aus drei Komponenten: einer Skulptur aus Stahlträgern des ursprünglichen World Trade Centers, einer beschrifteten schwarzen Granitstele und einem provisorischen Denkmal. Es erinnert daran, dass das Gelände hier während der Anschläge zu einem Sammelplatz für Rettungseinsätze wurde.
Unser Weg führ weiter immer direkt am Ufer des Hudsons, vorbei an Hotels und kleinen, bestimmt nicht günstigen Bungalows, bis wir im Stadtteil Newport das Kunstwerk Water's Soul by Jaume Plensa (s. Foto) erreichen. Das schon von weitem gut sichtbare, ca. 25 Meter hohe Gebilde stelle eine weibliche Figur mit geschlossenen Augen dar,
die einen Finger auf die Lippen legt. Die Skulptur soll die Bedeutung von Wasser, Gemeinschaft und Selbstreflexion symbolisieren. Wasser wird als Metapher für die Verbindung betrachtet: Ein einzelner Tropfen ist allein, aber viele Tropfen können einen Ozean bilden, ähnlich wie einzelne Menschen Gemeinschaften bilden. Die Figur fordert also die Betrachter auf, still zu sein und auf das Rauschen des Wassers zu hören. Das machen wir und halten auf den Bänken mit Blick aufs Wasser mal kurz inne.
Unser Weg führt uns danach vom Wasser weg hinein nach Newport, genauer gesagt in das Newport Center. Das ist eine Einkaufsmall und hier gibt es eine Filiale der berühmten Cheesecake Factory. Nach nun absolvierten 7,5 km Spaziergang haben wir genug Kalorien verbrannt, um wiederum viele dem Körper zurückzugeben. Es gibt unzählige Variationen des leckeren Cheesecakes und natürlich findet man auch hier die Kalorienanzahl pro Stück! Für meinen Mann Andreas gibt es ein Stück Cheesecake mit Godiva-Schokolade und für mich Cheesecake mit Pumpkin, dazu trinken wir Cappucchino. Alles zusammen ist sehr, sehr lecker, eine kalorienhaltige Mahlzeit und mit 40 Dollar insgesamt kein Schnäppchen. Aber es hat sich definitiv gelohnt!
Am späten Nachmittag hat uns die Mein Schiff 1 wieder. Vor dem Abendessen im Atlantik Mediterran (wo sonst?) und einem Plausch im Ruhepol mit Tanja und Sven, die wir von einer anderen Reise kennen und hier zufällig wiedersehen, heißt es gegen 23.00 Uhr endlich: Leinen los! Unser Kapitän George Alevropoulos versüßt uns den Abschied von New York mit einer 360 Grad Ehrenrunde um die Freiheitsstatue herum, so dass jeder Passagier, egal ob backbord oder steuerbord, in den Genuss kommen kann. Wir verfolgen diesen schönen Anblick von unserem Balkon aus und genießen einen letzten Blick auf New York mit ihrer Lady Liberty. Bye-Bye, schön war's hier!
Unter der beleuchteten zweistöckigen Verrazzano-Narrows Bridge, längste Hängebrücke der USA und in 2 Wochen wieder Startpunkt der diesjährigen NY-Marathons, geht es dann hinaus aus der Buchung in Richtung Atlantik. Nun stehen zwei Tage auf See auf unserem Routenplan, da können wir uns von den gemachten Eindrücken erholen und das Schiff genießen.