Gut ausgeschlafen starten wir unseren nächsten Tag mit der Überfahrt der kostenlosen Staten Island Ferry nach Staten Island. Von unseren Plätzen rechts oben hinten haben wir zunächst einen schönen Blick auf die sich immer weiter entfernende Skyline von Manhattan, bis dann rechts die Freiheitsstatue "auftaucht". Ganz schön groß ist die so aus der Nähe betrachtet - kein Wunder, mit einer Figurhöhe von 46,05 Metern und einer Gesamthöhe von 92,99 Metern gehört sie auch zu den höchsten Statuen der Welt.
Auf Staten Island angekommen, statten wir zunächst dem The Staten Island September 11th Memorial einen Besuch ab. Das ist ein am Ufer erbautes Mahnmal für die aus Staten Island stammenden Opfer und die Gedenkstätte weist symoblisch in Richtung des früheren Standorts der Türme. Ein kurzer Abstecher in das das nahegelegene Empire Outlet folgt, bevor uns die NYC-Fast Ferry für 4,50 Dollar/Person in 30 Minuten hinüber nach Midtown 39 Street bringt.
Vorbei an den beiden Sehenswürdigkeiten Edge Observatory und Vessel, die wir die Tage auch noch besuchen werden, geht es zur High Line. Wir spazieren gemütlich auf dieser stillgelegten Bahntrasse über Bodenniveau und bewundern Kunst und Pflanzen am Wegesrand. In Höhe der 14th Street verlassen wir die High Line und erreichen kurze Zeit später Little Island, ein öffentlicher und kostenloser Park, der auf 132 tulpenförmigen Betonpfählen als künstliche Insel im Hudson River steht. Über die Gansevoort Street erreichen wir den Meatpacking District, ursprünglich ein Industriegebiet mit vielen Fleischverarbeitern und Verpackungsbetrieben. Heute beherbergen die alten Lagerhäuser schicke Boutiquen, Restaurants, Galerien und Büros - das ist richtig schön geworden.
Mit Metro und Bus geht es weiter in den Stadtteil Tribeca. Hier bewundern wir den Jenga Tower in der Leonhard Street, dessen Architektur wirklich an das gleichnamige Spiel erinnert. Direkt vor dem 250 Meter hohen Wolkenkratzer befindet sich die Glasskulptur "The Bean". Dort machen wir ein paar verrrückte Fotos, denn durch die Edelstahloberfläche werden Besucher und Skyline verzerrt dargestellt - sieht witzig aus!
In der North Moore Street finden wir dann die FDNY Ladder 8. Diese heute noch voll funktionsfähige Feuerwehrwache ist als Außenkulisse für das Hauptquartier der Ghostbuster-Filme bekannt geworden. Sie ist auch bekannt für ihre Rolle in den Anschlägen vom 11. September 2001, als sie zu den ersten Einsatzkräften gehörte, die zum World Trade Center ausrückten.
Pünktlich zu unserem gebuchten Zeitfenster um 16 Uhr sind wir im 9/11 Museum. Auf mehreren Etagen erfährt man alles zur Geschichte, zu den Ereignissen, den Opfern und den Helfern, die damals vor Ort waren. Es werden zum Teil persönliche Situationen, Gegenstände, aber auch echtes Videomaterial und erschreckende Bilder ausgestellt. Man fühlt sich sofort an den Tag der Anschläge zurückversetzt. Und wenn man am Eingang des Museums die 2 riesigen Stahlsäulen aus dem Boden, die Überbleibsel von den damaligen Twin Towern sind, oder einen alten verbrannten Feuerwehrwagen sieht, dann muss man schon schlucken. Als wir wieder draußen sind, besuchen wir noch die Gedenkstätte mit den zwei Wasserbecken anstelle der ursprünglichen Zwillingstürme, auf denen die Namen der Opfer eingraviert sind, dann ist erst einmal eine kurze Pause im Hotel angesagt.
Nachdem wir uns ein wenig von den heutigen Eindrücken erholt haben, nehmen wir die rote Metro-Linie 1 von der Haltstelle South Ferry, die gleich um die Ecke liegt und fahren bis zur 50th Street. Bei Applebee's Grill+Bar gibt es ein leckeres Sirloin Steak als Abendessen, dann laufen wir den Broadway mit seinen vielen Theatern und Musicals hinunter bis zum Times Square. Hier wird die Menschendichte deutlich höher, denn alle - so auch wir - wollen die vielen riesigen digitalen Werbetafeln sehen. Gesagt, getan, dann "flüchten" wir in Hersheys Chocolate Laden und finden bei Amerikas Schokoladenmarke Nr. 1 auch tatsächlich dunkle Schokolade für uns. Damit geht ein ereignisreicher und durch den Museumsbesuch auch nachdenklicher Tag zu Ende.