In der Nacht regnet es immer wieder und die Wellen sind schon deutlich spürbar. Beim Aufwachen jedoch ist es längst wieder trocken und mit 25 Grad angenehm warm. Die Mein Schiff 1 erreicht mehr als pünktlich das Terminal 6 von Port Canaveral, dem zweitgrößten (!) Kreuzfahrthafen der Welt, an der Ostküste Floridas auf Merritt Island. Schon beim Einlaufen können wir sehr gut das imposante NASA-Gelände mit seinen Abschussrampen und das charakteristische Gebäude der NASA (s. Foto unten) in der Ferne sehen. Im Hafen selber ist zum Glück nicht viel los, denn mit uns liegt mit der "Disney Wish" nur ein Schiff an der Pier. Nach dem Verlassen des Schiffes und bringt uns für knapp 50 Euro das kurz zuvor bestellte Uber in einer knappen halben Stunde zum Eingang des Kennedy Space Centers. Auch hier hat es wohl in den Tagen zuvor viel geregnet, denn Teile des Parkplatzes sind überschwemmt und nicht nutzbar. Jetzt ist es aber sonnig und trocken, für den heutigen Tag sind tatsächlich bis zu 30 Grad angesagt. An den Automaten vor Ort können wir ganz einfach und ohne Wartezeit das Eintrittsticket (ca. 70 Euro/Pers.) mit Kreditkarte kaufen und um kurz vor 10 Uhr sind wir dann schon auf dem riesigen Gelände.
Als erstes reihen wir uns in die Warteschlange für die im Ticketpreis enthaltene Bustour ein. Im Bus gibt es während der Fahrt zum ersten Ausstiegspunkt nützliche Information über das Gelände und was man auf dem Weg dorthin so sieht. Wir lernen, wie und wo ein Raketen zusammengesetzt wird und das der Transport zur Startrampe durch sog. Crawler in einem sehr, sehr langsamen Tempo erfolgt. Nachdem wir beim ersten Ausstieg den Test eines Raketenantriebs erleben und von einem Aussichtsturm einen guten Überblick über das 55 km lange und 10 km breite Gelände, auf dem über 15.000 (!) Menschen arbeiten, haben, steigen wir in den nächsten Bus, der uns zum Apollo/Saturn V Zentrum bringt. In der Ausstellungshalle bestaunen wir die riesige, originale Saturn V-Rakete, die eine Länge von 110 Metern hat. Es gibt noch weitere Ausstellungsstücke aus der Apollo-Ära zu sehen, darunter die originale Mondlandefähre und die Apollo-14-Kommandokapsel. Und natürlich sind auch die sog. Patches der verschiedenen Missionen zu sehen, die die Astronauten auf ihren Raumanzügen trugen, so z.B. das Emblem der Apollo 11-Mission unter Neil Armstrong, der am 20.07.1969 die erfolgte Landung der Mondfähre "Eagle" mit dem berühmten Satz "The eagle has landed" kommentierte.
Nach der Bustour schauen wir uns in der gut herunter gekühlten Atlantis-Halle um, an deren Eingang ein riesiger, maßstabsgetreuer Space Shuttle-Stapel mit zwei Feststoffraketen-Boostern und einem orangefarbenen Außentank, der nicht zu übersehen ist, steht. Im Inneren sind das Original-Raumschiff sowie Nachbildungen von Weltraumausrüstung wie Raketenboostern und externe Tanks des Space Shuttles ausgestellt und mittels Filmen erfährt man mehr über die zwischen 1985 und 2011 durchgeführten Missionen.
Ein Stück weiter, in der Ausstellungshalle Heroes and Legends werden der amerikanischen Astronauten gedacht, u.a Alan Shepard, der der erste US-Astronaut im Weltraum und als Kommandant der Mission Apollo 14 der fünfte Mensch auf dem Mond war.
Zum Abschluss unseres Besuches erkunden wir noch den Rocket Garden. Hier kann man zwischen den riesigen Raketen der Mercury-, Gemini- und Apollo-Raumfahrtprogramme umherspazieren - sehr interessant und angesichts der Größe der Raketen auch durchaus beeindruckend.
Nach knapp 5 Stunden endet dann die Erkundung des NASA-Besucherzentrums, wir sind kaputt von den Eindrücken und auch von der Wärme. Gerade als wir in das bestellte Uber steigen, entlädt sich der nächste kräftige Regenschauer. Zurück an Bord der Mein Schiff 1 scheint wieder die Sonne und den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Lesen und Entspannen.
Zum Abendessen genießen wir im Atlantik Mediterran Hummerragout und Garnelen im Hauptgang und lassen unsere Erlebnisse im NASA-Weltraumbahnhof noch mal Revue passieren. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt und ist zu empfehlen, auch denjenigen, die sich nicht für die Raumfahrt interessieren. Mittels vielen Filmen, Simulationen, die Verdeutlichung der geschichtlichen Hintergründe sowie Infos über geglückte Missionen (z.B. Apollo 11) und weniger geglückte Missionen, wie die Challenger-Katastrophe 1986 und das Columbia-Unglück 2003 gewinnt man sehr interessante Eindrücke in das doch schon spannende Thema Raumfahrt.