Nach einer aufgrund des Seeganges etwas unruhigeren Nacht, erreichen wir am Morgen die amerikanische Jungferninsel St. Thomas, die nur 35 Seemeilen entfernt liegt. Die Mein Schiff 1 macht im Havensight Cruise Ship Dock (WICO East), dem 2,5 km östlich des Hauptortes Charlotte Amalie an der Südseite der Insel gelegenen Haupthafen, fest. Auch diese Karibikinsel ist für uns Neuland und daher werden wir zunächst mit einem Guide eine vierstündige Schnorchel & Kajaktour unternehmen und nachmittags dann den Ort erkunden. Unser Schiff liegt hier bis Mitternacht, somit haben wir ausreichend Zeit für unser Vorhaben.
Ein Taxi bringt uns zum Emerald Beach Hotel im Westen der Insel, wo wir unseren deutschsprachigen Guide Sven treffen. Zusammen mit ihm und Lynn, seiner Angestellten, geht es zum nicht weit entfernten Brewers Bay Beach (s. Foto). Herrlich ist es hier: kristallklares Wasser, weisser Sand und eine ruhige entspannte Atmosphäre dank fehlender Menschenmassen. Beim Schnorcheln gibt es auch einiges zu sehen: eine große Meeresschildkröte, die die Gräser am Boden abfrisst und mehrere Stachelrochen unterschiedlichster Größe. Von letzteren halte ich Abstand, die Tiere sind mir aufgrund des langen Stachels und ihrer Form irgendwie nicht geheuer. Sven zeigt uns noch andere Meerestiere und er, Andreas und Lynn schnorcheln noch ein wenig weiter aus der Bucht hinaus. Ich spaziere in der Zeit ein wenig am Strand entlang und genieße die tiefgrüne Natur und die Tatsache, im Bikini bei bewölkten 28 Grad überhaupt nicht zu frieren.
Nach kurzer Fahrt durch das hügelige, aber sehr grüne Inselinnere von St. Thomas, erreichen wir die Nordküste. Hier liegt die Hull Bay, eine Bucht, die für Angler und Surfer beliebt ist mit ihrem Strand Hull Bay Beach. Der ist etwas länger als der vorherige, aber ebenso ruhig und in einer unberührten Natur gelegen. Nach einem kleinen Snack paddeln wir in den mitgebrachten Zweierkajaks ein Stück aus der Bucht hinaus. Die nächsten dunklen Wolken nähern sich und kurze Zeit später fängt es leider an zu regnen. Was solls, der Regen ist warm und nach kurzer Zeit auch vorbei. In der Nähe eines weiteren Schnorchel-Hotspot befestigt Sven die beiden Kajaks am Meeresboden. Während ich im Kajak sitzenbleibe, erkunden die Anderen die Welt unter Wasser. Es gibt einige kleine, bunte Fische zu sehen, viel mehr habe ich aber nicht verpasst.
Nach 4 Stunden endet dann der sehr interessante Ausflug wieder am Ausgangspunkt und mit dem Taxi geht es zurück zum Schiff.
Wir machen uns an Bord frisch, dann sind wir bereit zur Erkundung des Ortes Charlotte Amalie. Mit dem Taxi (Festpreis 6 Dollar/Person) lassen wir uns beim Vendor's Plaza, einem Markt, auf dem Einheimische ihre Produkte verkaufen, absetzen. Von hier aus erkunden wir die Sehenswürdigkeiten des Ortes. Zunächst erreichen wir das historische Hotel 1829, das ursprünglich als Privathaus erbaut wurde. Durch den Eingang sehen wir die koloniale gut erhaltene Architektur, den bekannten Bernstein-Wasserfall jedoch suchen wir vergeblich, der ist zur Zeit aufgrund von Bauarbeiten nicht mehr vorhanden.
Direkt in der Nachbarschaft liegt die nächste Sehenswürdigkeit: 99 Stufen, eine historische Treppe (s. Bild), die zum Governors Hill und zum
Blackbeard's Castle führt. Leider werden auch hier Bauarbeiten durchgeführt, so dass der Zugang zur Treppe durch einen Zaun abgesperrt ist.
Dann erkunden wir lieber die Dronningensgate mit ihren zollfreien Geschäfte, Juwelierläden und historischen Gebäude im dänischen Kolonialstil. Auch hier macht sich die Nebensaison bemerkbar, denn es haben noch nicht sehr viele Geschäfte geöffnet. Für uns geht es daher am Regierungsgebäude und am ganz in rot gehaltenen Fort Christian vorbei auf der Promenade Waterfront Highway zurück zum Schiff. Der Weg ist gut zu laufen und ebenso gut ausgeschildert, aber es zieht sich bei der Hitze ganz schön. Wir sind froh, als wir nach insgesamt 5 km Spaziergang endlich wieder zurück an Bord sind.
Sightseeing macht hungrig und so lassen wir uns abends im Atlantik Mediterran ausnahmsweise auch ein Dessert schmecken. Den Nachtisch haben wir bisher immer weggelassen, aber heute können wir dem leckeren Mango Cheesecake mit Mango-Eis echt nicht widerstehen!
Noch ein kurzer Abstecher auf ein Glas Wein, dann geht es auf die Kabine. Hier müssen wir kurzfristig noch ein wenig recherchieren, was wir morgen auf Tortola machen. Leider wurde uns sehr kurzfristig unser gebuchter Katamaranausflug zur Insel Jost van Dyke aufgrund zu geringer Teilnehmeranzahl abgesagt. Das Auslaufen um Mitternacht bekommen wir nicht jedoch mehr mit, da schlafen wir bereits tief und fest.