Miami

Es ist noch dunkel, als sich die Mein Schiff 1 morgen um 06.30 Uhr ihren Weg in den größten (!) Kreuzfahrthafen der Welt, der sich sich auf der künstlich angelegten Insel Dodge Island befindet, bahnt. Eine sehr interessante Einfahrt in den Miami Cruise Port ist das, denn man fährt an einigen großen Terminals vorbei (fast jede Reederei hat ein eigenes) und hat dabei Backbord einen Blick auf die Skyline von Miami und Steuerbord auf Miami Beach. Auch hier im Hafen ist noch Vorsaison, denn mit uns liegt gerade einmal ein einziges Schiff, die Queen Elizabeth, die hier Passagierwechsel hat, an der Pier. Unser Kapitän parkt am Terminal C ein und schon bald ist das Schiff freigegeben, so dass wir gegen 08.00 Uhr das Schiff verlassen können. 

Unser Plan ist, mit den Öffis Miami Beach und danach Miami zu erkunden. Das ist nicht teuer, denn z.B. die sogenannten Trolleybusse und auch der Metromover (oberirdische Metro) sind kostenlos. Zusammen mit Frank und Kirsten, ebenfalls Passagiere der Mein Schiff 1, warten wir jedoch vergeblich an der Trolleybus-Haltestelle Coral Way gegenüber von Terminal C, der Bus will einfach nicht kommen und die App zeigt eine deutliche Verspätung an. Daher nehmen wir gemeinsam ein Uber und lassen uns zunächst den kurzen Weg bis zum Busbahnhof fahren. Dort steigen wir in den Metromover und beim Adrienne Ash Center in den Bus Nr. 15. Die Busfahrt ist für uns umsonst, denn die Ticketmaschine ist kaputt und wir brauchen nicht zu bezahlen.  Über die Venetian Islands, eine Kette künstlicher Inseln, die Miami und Miami Beach miteinander verbinden und bekannt für ihre Luxusvillen sind, erreichen wir gegen 09.30 Uhr dann Miami Beach. 

In Höhe der 17th Street erreichen wir den Lincoln Boardwalk, die Promenade am Miami Beach. Der weiße Sandstrand mit seinen vielen Hotelanlagen ist hier wirklich sehr breit, ein Foto von den berühmten und farbenfrohen Wachtürmen der Lifeguards darf auch nicht fehlen. 

Wir spazieren die Promenade weiter südwärts und erreichen South Beach/Lummus Park Beach, der oft als Kulisse für Filme und Serien dient. Hier kann man an einem Outdoor-Fitness-Parcours seine Muskeln stählen, sich sonnen oder nur ganz einfach Leute beobachten. 

Nach einer kurzen Pause kommen wir zu einer der  Hauptattraktionen und bekannt aus vielen Filmen, dem Ocean Drive.  Die Straße ist umgeben von gut erhaltenen Gebäude im Art-déco- Stil und gesäumt von Cafés, Bars, Restaurants und historischen Hotels. Ich finde die Straße echt nett, mag mir aber nicht vorstellen, was hier abends los sein wird! Jetzt tagsüber ist es zum Glück ruhig, auch die Touristenströme halten sich in Grenzen. 

Mit dem Bus 100 fahren wir wieder hinüber nach Miami Downtown. Miami Beach war ja ganz nett, aber von Miami bin ich total enttäuscht. Überall Baustellen, kein richtiges Zentrum, langweilige Hochhäuser, gefällt mir gar nicht.

Lediglich Little Havanna ist davon ausgenommen, hier gefällt es mir! Der Stadtteil ist berühmt für sein lebendiges kubanisches Erbe, das sich in der Musik, der Kunst und dem Essen widerspiegelt. Die Calle Ocho ist das pulsierende Zentrum mit farbenfrohen Graffitis an den Wänden, kubanischen bzw. lateinamerikanischen Restaurants, Märkte und Zigarrengeschäften. Im Café "La Colada Gourmet, House of Coffee" flüchten wir vor dem Regen für eine Pause bei leckerem Cappucchino und selbstgebackenen Rumcake. Leider hält der Regen weiter an, so dass wir dann doch lieber in den nächsten Trolleybus steigen.

Zum Abschluss besuchen wir noch die Waterfront mit Bayfront Park und dem großen Einkaufszentrum Bayside Marketplace. Die Bars und Restaurants an der Biscayne Bay sind ein Platz zum Sehen und Gesehen werden und die Preise für Cocktails etc. dementsprechend hoch. Entsprechend schnell sind wir hier durch.

Auch für die Rückfahrt zum Schiff klappt es mit dem Trolleybus nicht, wir warten mal wieder vergeblich an der Haltestelle. Das bestellte Uber ist zum Glück schnell da und bringt uns zurück zum Hafen und zu unserem Wohlfühlschiff. 

Gegen 18.30 Uhr verlassen wir Miami und zum Auslaufen muss der Kapitän im Hafenbecken das Schiff einmal komplett drehen, so kommen alle Passagiere nochmals in den Genuss, die hell erleuchtete Skyline der Stadt komplett zu sehen. 

Auf das am späteren Abend auf dem Pooldeck stattfindende Oktoberfest haben wir nicht richtig Lust, stattdessen lassen wir bei einem Glas Rotwein unsere Eindrücke vom heutigen Tag Revue passieren und ziehen kurz Bilanz: Miami Beach kann man sich anschauen, von Miami hatten wir uns deutlich mehr versprochen. Wir waren aber sehr froh, hier nur mit einem weiteren Schiff zu liegen und nicht mit 6 oder noch mehr Schiffen, was in der Saison Normalität ist. So war das Sightseeing ein wenig entspannter, als wenn man nur mit Menschenmassen unterwegs ist. 

Nun werden wir die ostamerikanische Küste verlassen und nehmen Kurs auf die Karibik. Kurz vorher ist dort der Hurrican "Melissa" durchgezogen, der starke Schäden insbesondere auf Jamaica angerichtet hat. Auf unseren weiteren Routenverlauf hat das zum Glück keine Auswirkungen, wie werden alle Häfen wie geplant anfahren können.

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