Le Port / La Réunion

Die Nacht verläuft deutlich besser als die vorherige. Auch der Wellengang hat sich beruhigt, die Mein Schiff 6 schaukelt nicht mehr so. Kurz nach Sonnenaufgang erreichen wir unseren Liegeplatz im Containerhafen von La Possession, einem kleinen Ort in der Nähe von Le Port auf der Insel La Réunion. Dieses Mal haben wir den etwas näher gelegenen Liegeplatz zum Hafenausgang, dennoch müssen wir für den kurzen Weg von zwei Minuten in den Busshuttle steigen. Am Hafenausgang wird der Reisepass kontrolliert, denn wir sind reisen ja wieder in die EU ein. Das geht schnell und so warten wir nun auf unseren Reiseleiter, denn wir haben bei meine Landausflüge eine einen Ausflug zu der Vulkanroute Gebucht. Dieses Gebiet ist wirklich neu für uns, denn als wir das letzte Mal dann für zwei Tage hier waren, hatten wir uns einen Mietwagen ausgeliehen, mit dem wir dann die ganze Insel erkundet haben. Was uns noch fehlt, ist halt dieser Teil der Vulkanroute.

Unsere Reisegruppe besteht neben Andreas und mir nur noch aus einem weiteren Ehepaar aus München. Mit unserem Reiseleiter Remi geht es kurze Zeit später dann auf die gut ausgebaute Route entlang der wilden Westküste der Insel. Es herrscht viel Verkehr aufgrund von Berufsverkehr und Pfingsturlaubern, wir stehen immer mal wieder im Stau. Bei dem Ort Saint-Pierre biegen wir ab ins Landesinnere und erreichen dort die grüne Region Plaine des Cafré, einem beeindruckendem Hochplateau auf etwa 1600 Metern Höhe. Noch prägen grüne Weiden und sanfte Hügeln mit Rindern und Schafen die Landschaft. Kurze Zeit später sehen wir schon die kleinen oft bewaldeten Vulkanhügel in der Ferne. Draußen sind jetzt nur noch 16 Grad, und wir fahren über zahlreiche Serpentinen auf rund 23 Kilometern über die spektakuläre Panoramastraße Route de Vulcan. Am Aussichtspunkt Nez de boeuf (s.Bild) genießen wir einen spektakulären Blick über das tief eingeschnittene Tal der Riviere de Remparts, welches durch vulkanische Aktivität und Erosion geformt und für seine markanten Schluchten bekannt ist. Was für eine tolle Natur, alles ist wirklich komplett grün sogar bis auf dem Boden des Vulkankegels.

Fünf Minuten später stehen wir vor einer wiederum ganz anderen Landschaft, wir durchqueren die Vulkanlandschaft Plaine des Sables und die gleicht  ungelogen einer Mondlandschaft aus bunten Schlacken und uralten Kratern. Man denkt wirklich man ist hier auf dem Mond!

Die gut ausgebaute Straße endet hier nun geht es weiter zum Ende der Route auf einer Schotterpiste. In 2330 Meter Höhe erreichen wir dann den Aussichtspunkt Pas de Bellecombe (s. Bild). Von hier haben wir einen weiten Blick über das komplette Vulkanmassiv des das immer noch aktiven Vulkans Piton de la Fournaise mit seinen beiden Gipfeln Bory (2.632m) und Dolomieu (2525 m). Das Wetter ist super:  blauer Himmel und auch kein Nebel, der hochzieht und so haben wir einen tollen Blick auf die zahlreichen Kratern und die erkalteten Lavafeldern des Vulkans.

Wir haben hier ein bisschen Zeit zur freien Verfügung und Spazieren am Kraterrand entlang. Dann geht es im Auto den gleichen Weg wieder zurück mit einem Zwischenstopp diesmal am Commerson-Krater auf 2310 Metern. Von einer Aussichtsplattform schauen wir direkt hinein in diesen 2000 Jahren alten Vulkan, der einen Durchmesser von 200 Metern und eine Tiefe von 235 Metern hat. Kurze Zeit später genießen wir im kleinen Ort Le Tampon ein lokales Mittagessen im Restaurant "Le Vieux Bardeau". Es gibt Sellerie-Auflauf, Hähnchen und eine scharfe Bratwurst, dazu Reis und als Dessert Mango Eis - alles ist total lecker. 

Nach acht Stunden Sightseeing sind wir zurück am Schiff und verabschieden uns von unserem Guide. Mit dem Shuttlebus geht es das kurze Stück wieder zurück zur Mein Schiff 6. Hier werden direkt beim Betreten des Schiffes unsere Reisepässe für das nächste Reiseziel Mauritius wieder einbehalten. 

Abends lassen wir den Tag entspannt bei Canapées und Garnelen im Gosch, dazu einen leckeren Pino Grigio, ausklingen.

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