Flussfahrt durch die Wachau und Melk

Der Tag startet wieder sonnig und während wir gemütlich frühstücken, zieht an uns die Landschaft der Wachau vorbei. So wird das 35 km lange und teilweise enge Donau-Teilstück zwischen den Orten Krems und Melk bezeichnet und wir dürfen jetzt auf dem Rückweg nach Passau nochmals die schönen Hänge mit den Weinreben bewundern. Das Gebiet ist UNESCO-Weltnaturerbe und die Wachau ist zudem für den Anbau von Marillen bekannt. Viel früher als geplant, kommt bereits das Stift Melk aus dem 11. Jahrhundert in Sichtweite. Das Benedektinerkloster erhebt sich hoch über den Ort, und ich freue mich schon auf den Besuch nachher. 

Bereits um 11. 00 Uhr legen wir am Anleger Nr. 8 in Melk an. Das Wetter hat sich leider verschlechtert, als wir kurze Zeit später die A-Rosa Mia verlassen, nieselt es. Schade, das Wetter hätte doch noch einen Tag mehr durchhalten können, denn morgen geht unsere Reise ja zu Ende. Und für nachmittags haben wir ja noch einen Radausflug mit A-Rosa gebucht. Ob der wohl stattfindet? 

Aber zunächst geht es in den etwas über 5.500 Einwohnern zählenden Ort. Auch Melk überrascht mich positiv, es gibt viele kleine Gassen, alles ist Fußgängerzone, man findet kleine Geschäfte sowie Cafés und Restaurants in schmucken alten Häusern. Der Weg zum Stift ist gut beschrieben und nach knapp 20 Minuten Fußweg vom Schiff sind wir da. Für 12,50 Eintritt kann man verschiedene Räume ohne Führung besichtigen; im Ticketpreis enthalten ist zudem der Zutritt zum Park. Aufgrund des Regens beginnen wir mit den Innenräumen und der über 900-jährigen Geschichte; der Rundgang umfasst das Stiftsmuseum, den Kaisergang, den Marmorsaal, die Altane, die Bibliothek und die Stiftskirche. Ich war erst skeptisch, aber es lohnt sich wirklich. Toll der Marmorsaal mit - Überraschung - ganz viel Marmor und schönen Deckenfresken; vom Verbindungsbalkon Altane zur Bibliothek haben wir eine wunderschönen Blick - sogar ohne nass zu werden -  auf das Donautal, auf die Stadt Melk sowie auf die Westfassade der Stiftskirche. In der barocken Bibliothek gibt es ca. 10.000 gleich gebundene Bücher mit historischen Werken aus dem 19. Jh, die dem Raum eine ganz eigene Atmosphäre geben. Zum Abschluss des Rundgangs stehen wir dann in der Melker Stiftskirche, die zu den schönsten Barockkirchen der Welt zählt und als ein Musterbeispiel des Hochbarock gilt. Es findet gerade ein Gottesdienst statt, den wir ein paar Minuten zuhören. Ja, der Besuch lohnt sich wirklich, auch wenn man in den Innenräumen keine Fotos machen darf. Zwischen zwei Regenschauern statten wir auch noch den barocken Stiftsgarten ein kurzen Besuch ab, hier kann man durchaus länger verweilen, denn dieser herrlich angelegte Garten ist ebenfalls sehr sehenswert. Auch diesen Spaziergang kann man hier nachlesen.

Rechtzeitig zum Treff für den Ausflug mit dem E-Bike sind wir wieder zurück an Bord. Obwohl die Wolken über der Donau nichts Gutes verheißen, starten wir mit 5 weiteren Gästen zur 17 km-Tour auf dem Donauradweg. Doch schon nach 3 km auf Höhe der Schleuse Melk fängt es heftig an zu regnen, so dass wir alle einstimmig beschließen: Abbruch der Tour und zurück zum Schiff! Aber wenigstens sind wir ja mal 6 km auf dem Donauradweg gefahren....

Die Zeit zwischen Ablegen und Abendessen nutzen wir für das Kofferpacken. Morgen ist die Reise leider schon zu Ende und bis 07.00 Uhr in der Früh müssen die Koffer vor die Tür gestellt werden. Abends genießen wir ein mehrgängiges Farewell-Dinner, zum Abschied sind die Tische dazu auch mit richtigen Tischdecken eingedeckt und es gibt  ein Glas Sekt dazu. In der Lounge lassen wir den unseren letzten Abend an Bord bei dem einen oder anderen Getränk ausklingen und denken über  unsere Erlebnisse auf dieser zu Corona-Zeiten ganz anderen Kreuzfahrt nach.

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