Isafjördur

Isafjördur ist mit seinen 2500 Einwohnern der größte Ort in den Westfjorden und liegt auf einer natürlichen Landzunge, die den Hafen vom rauem Meer abschirmt, eingebettet zwischen bis zu 832 m hohen Berghängen.

Das Anlegen an der Sudurbakki Pier wird für unseren Kapitän aufgrund des Seitenwindes zu einer Herausforderung, aber alles geht gut und um 08.30 Uhr sind wir eine der ersten, die von Bord gehen. Wir bekommen unseren Mietwagen (diesmal ein Toyota Eclipse Cross) im Hotel Isafjördur ausgehändigt und gegen 09.00 Uhr sind wir bereits unterwegs. Unser Ziel: der 60 km entfernt liegende Dynjandi-Wasserfall. Der Weg dorthin führt über lange Tunnel, einsame kurvige Straßen, immer wieder mit Ausblicken auf Fjorde, steile Bergformationen - Natur pur. Auch das Wetter wechselt ständig, mal regnet es kurz, dann kommt die Sonne durch, das alles bei kühlen 10 Grad.  

Als wir am Parkplatz beim Wasserfall ankommen, hört es auf zu regnen und von hier haben wir bereits einen spektakulären Blick auf den Dynjandi ("der Dröhnende")  - 100 m hoch und bis zu 60 m breit. Dabei läuft das Wasser über mehrere Stufen. Wir nehmen den Fußweg vom Parkplatz hinauf und kommen an mehreren kleinen Wasserfällen vorbei, das weiß schäumende Wasser bildet einen zauberhaften Kontrast zu der schwarzen und grauen Lava und dem grünen Moos. Mein Fuß macht die kleine Wanderung zum Glück gut mit, bei dem Ausblick auf Wasser und Fjord vergesse ich automatisch meine Schmerzen. Und dann stehen wir endlich oben am Dyjnandi, so heißt nämlich der letzte Wasserfall, die Gicht spritzt ordentlich und es ist ein ohrenbetäubender Lärm, wenn die Wassermassen hinabstürzen. Aber gigantisch und einfach nur ein wunderschönes Erlebnis, hier oben stehen zu können!

Auf unserer Rückfahrt Richtung statten wir dem Fischerdorf Flateyri mit seinen 200 Einwohnern einen Besuch ab. Es liegt idyllisch auf einer Landzunge am Fjord. Seit dem Lawinenunglück von 1995 gibt es hier den größten Lawinenschutzwall der Welt, der in Form eines "A" direkt oberhalb des Ortes errichtet wurde. Nach 135 gefahrenen Kilometern sind wir zurück in Isafjördur und bummeln durch das Städtchen mit seinen Holz- und Wellblechhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Im Kaffihús Bakarans stärken wir uns mit Cappucchino und Kuchen und in der nahegelegenen Apotheke decke ich mich noch mit einer Bandage für meinen Fuß ein. Dann geht es auch schon wieder zurück an Bord der Amera. An der Pier neben uns hat zwischenzeitlich die "Hebriden Sky" festgemacht. Es ist ein kleines, aber sehr luxuriöses Expeditionsschiff mit 75 Passagieren bei 85 Mann Besatzung. Das ist aber nicht das einzige Kreuzfahrtschiff, was wir heute sehen. Nach dem Ablegen von Isafjördur kommt uns die AIDAsol entgegen, die nun "unseren" Liegeplatz dort übernehmen wird.  Und wir  machen uns auf zum nächsten Hafen.

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